Es ist Fastenzeit vor Ostern. Aber nicht nur für die Christen – auch für die Muslime begann vor Kurzem der Ramadan, verbunden mit strengen Regeln, die diese Zeit fest vorschreiben. Religion ist oft verbunden mit Gebräuchen, Traditionen, Regeln und Gesetzen. Fromm zu sein bedeutet, sich besonders anzustrengen, heilig zu leben. Doch was ist wirklich Gottes Wille, was ist sein Ziel für unser Leben? Was ist seine Vorstellung für uns?
Auch bei Jesus sehen wir, dass er sich bewusst viel Zeit nahm, um zu beten, zu fasten in der Wüste und Gemeinschaft mit dem Vater zu haben. Doch als er auftrat, sagte er nicht: „Mein Auftrag ist es zu beten und zu fasten!“ Nein – Beten und Fasten waren nicht sein Endziel. Sie waren die Grundlage seines Lebens, die Quelle, aus der heraus er handelte. Jesus hat uns vorgelebt, was es heißt, nach Gottes Willen zu leben: verbunden zu sein mit dem Vater – wie die Reben mit dem Weinstock – um Frucht zu bringen. Er liebte die Verlorenen, die Ausgegrenzten und die Kranken. Er heilte und befreite – aus der vom Vater gegebenen Vollmacht heraus.
Schon durch den Propheten Jesaja im Alten Testament legte Gott den Fokus weg von der eigenen Frömmigkeit hin zu den Nöten unserer Mitmenschen – genauso, wie Jesus es später vorlebte. Anderen Menschen zu dienen, zu „heilen und zu befreien“, kann für jeden von uns ganz unterschiedlich aussehen. Es beginnt oft im Kleinen: vielleicht mit einem Lächeln auf dem Weg zur Arbeit oder damit, einfach zuzuhören, wenn jemanden etwas auf dem Herzen liegt.
Gott möchte jeden von uns gebrauchen – genau dort, wo du bist, wo Gott dich im Alltag hineingestellt hat. Und was für eine wunderbare Verheißung liegt darin, wenn wir uns an andere verschenken: Gott selbst begegnet uns mit seiner heilenden Kraft und seiner übernatürlichen Herrlichkeit.
Vielleicht darf diese Fastenzeit uns neu herausfordern, unseren Mitmenschen zu dienen und zu segnen.
Gott segne dich und gebe Dir seine Kraft!
Tom












